🇦🇹 Ratgeber · Österreich

Bankomatkassa: Kosten & Vergleich 2026

Was eine Bankomatkassa in Österreich wirklich kostet, steckt in vier Posten – und der niedrigste Prozentsatz ist nicht automatisch der günstigste Tarif. Wir zeigen dir alle Kostenarten, den AT-eigenen Schema-Aufschlag und echte Rechenbeispiele für Kaffeehaus, Buschenschank und Saisonbetrieb.

Das Wichtigste vorab

Eine Bankomatkassa kostet in Österreich selten das, was auf dem Angebotsblatt in großen Ziffern steht. Das günstig wirkende Disagio wird bei kleinen Bons von festen Pro-Transaktions-Posten überlagert – dazu kommt die Bankomat-Schemagebühr des heimischen Inlandsschemas, die es in Deutschland so nicht gibt. Entscheidend ist immer die Gesamtsumme aller Posten für deinen konkreten Umsatz, Bon und Kartenmix.

Die 4 Kostenposten

01

Grundgebühr / Bankomatkassa-Miete

Fixkosten pro Gerät und Monat – unabhängig davon, wie viel du umsetzt.

Die Grundgebühr ist ein fester Monatsbetrag pro Bankomatkassa. Sie fällt auch in umsatzschwachen Monaten an – für saisonale Betriebe (Festspiel-, Ski- oder Buschenschankbetrieb) ein wichtiger Punkt. Bei mehreren Kassen multipliziert sich der Betrag. Rechne mit der tatsächlichen Geräteanzahl, nicht mit einer.

  • SoftPOS-/App-Lösungen: 0 € Grundgebühr (z. B. SumUp, Zettle, myPOS)
  • Klassische Bankomatkassa (Miete): ca. 5–25 € pro Gerät/Monat
  • Kombigeräte mit Kassenanbindung: teils höher

→ Tipp: Frag bei Saisonbetrieb nach kurzer Laufzeit oder Pausierung – nicht jeder Acquirer bietet das, aber es spart über den Winter bares Geld.

02

Disagio (Transaktionsentgelt in Prozent)

Prozentualer Anteil jeder Kartenzahlung – bei den meisten Tarifen der größte Posten.

Das Disagio ist der prozentuale Anteil, der pro Zahlung vom Umsatz einbehalten wird. Die EU-Interchange-Deckel (0,2 % Debit, 0,3 % Kredit) gelten auch in Österreich – sie betreffen aber nur einen Baustein. Auf das reine Interchange kommen Scheme- und Acquirer-Marge obendrauf.

  • Bankomat / Debit Mastercard (heimische Debitkarte): niedriger Satz
  • Visa / Mastercard Kredit: höher wegen Interchange
  • American Express / Diners: deutlich höher – in Wien und Tourismusregionen relevant

→ Tipp: Achte nicht nur auf die Bankomat-Rate. Lass dir das Disagio für Kredit-, Amex- und Non-EU-Karten getrennt ausweisen – dort steckt der höhere Satz.

03

Bankomat-Schemagebühr & Einzelposten

Feste Cent-Beträge pro Zahlung – der AT-spezifische Kostentreiber, der oft übersehen wird.

Das ist der Posten, der Österreich von Deutschland unterscheidet. Der entscheidende Punkt: Diese Posten wachsen mit der Anzahl deiner Zahlungen, nicht mit dem Umsatz. Bei kleinen Bons (Kaffeehaus, Bäckerei, Standl) summieren sie sich schnell und fressen ein günstig wirkendes Disagio auf.

  • Bankomat-Schemagebühr: Entgelt des heimischen Inlandsschemas (über PSA – Payment Services Austria)
  • Autorisierungs-/Transaktionsentgelt: fester Cent-Betrag pro Zahlung
  • Clearing-/Buchungsentgelt: pro Transaktion

→ Tipp: Frag explizit: „Sind Bankomat-Schemagebühr, Autorisierung und Clearing im Disagio enthalten – oder kommen sie pro Transaktion obendrauf?"

04

Hardware: Kauf, Miete oder SoftPOS

Einmaliger Kaufpreis, laufende Miete oder Zahlung per Smartphone-App.

SoftPOS ist in Österreich besonders für kleine, mobile oder saisonale Betriebe interessant – Standlbetrieb, Buschenschank, Marktfahrer.

  • Kauf: einmalig, SoftPOS-fähige Geräte ab ~30–60 €, klassische Terminals teurer. Du besitzt das Gerät.
  • Miete: monatlicher Betrag, oft mit Mindestlaufzeit (12–48 Monate). Über die Laufzeit gerechnet summiert sich das – das Gerät bleibt Eigentum des Acquirers.
  • SoftPOS / Tap-to-Pay: das eigene Smartphone wird zur Bankomatkassa, kontaktlose Bankomat-/Kreditkarten werden direkt aufs Handy getippt. Keine Zusatz-Hardware.

→ Tipp: Rechne bei Miete immer die Gesamtkosten über die volle Laufzeit. 12 €/Monat über 36 Monate sind 432 € – unabhängig davon, wie oft du das Gerät nutzt.

3 Rechenbeispiele aus Österreich

Drei typische österreichische Betriebsprofile – und was bei der Bankomatkassa jeweils den Ausschlag gibt. Die Zahlen sind bewusst an die Städteseiten angelehnt, damit man sie im Rechner direkt weiterspielen kann.

Vereinfachte Profilrechnungen zur Veranschaulichung. Deine echten Kosten hängen von Kartenmix, Tarif und Acquirer ab – im Rechner durchspielen.

Kartenzahlung24.de

Funktioniert auch für österreichische Umsätze

Rechne deine Bankomatkassa-Kosten in 60 Sekunden durch. Hinweis: Der Rechner basiert auf der deutschen Marktlogik, für Österreich als Orientierung nutzen.

Zum Rechner →

Kostenvergleich Österreich ↔ Deutschland

Die EU-Interchange-Obergrenzen (0,2 % Debit, 0,3 % Kredit, EU-Verordnung 2015/751) gelten in beiden Ländern. Trotzdem zahlen Händler in Österreich in der Praxis häufig etwas mehr. Die wichtigsten Gründe:

  • Acquirer-Markt: AT konzentrierter (wenige große Anbieter) → weniger Preisdruck als im zersplitterten DE-Netzbetreibermarkt.
  • Inlandsschema: Bankomat-Schema (über PSA) hat eigene Entgelte – ein zusätzlicher Posten, den die deutsche girocard so nicht kennt.
  • Grundgebühren: In AT im Schnitt etwas höher; SoftPOS drückt das aber auch hier.
  • Kartenmix: In Tourismusregionen (Wien, Salzburg) höherer Amex-/Non-EU-Anteil → teurerer Mix.

⚠️ Kein Geräte-Import 1:1

Kein Geräte-Import 1:1: Ein gebrauchtes „EC-Terminal" aus Deutschland ist nicht automatisch für den österreichischen Markt zugelassen. Bankomat-/Debit-Mastercard-Akzeptanz, AT-Acquirer-Anbindung und Zertifizierung müssen passen – frag den Anbieter explizit danach. Mehr auf der Österreich-Hauptseite →

RKSV: Bankomatkassa & Registrierkassenpflicht

Wichtig zu trennen: Die Bankomatkassa ist das Kartenterminal, die Registrierkasse das Kassensystem. In Österreich gilt die Registrierkassenpflicht (RKSV) ab 15.000 € Jahresumsatz und 7.500 € Barumsatz. Kartenzahlungen zählen dabei als „Barumsatz" im Sinne der Belegerteilungspflicht.

  • Terminal ≠ Registrierkasse: Eine Bankomatkassa allein erfüllt die RKSV nicht. Du brauchst zusätzlich eine RKSV-konforme Registrierkasse mit Signatureinheit.
  • Anbindung spart Fehler: Viele Bankomatkassen lassen sich direkt an das Kassensystem koppeln – der Betrag wird übernommen, kein Doppeltippen, kein Zahlendreher.
  • Beleg-Pflicht gilt auch bei Karte: Auch bei Kartenzahlung muss ein Beleg erstellt werden. Prüfe, ob deine Kassenlösung das automatisch macht.

Keine Steuer- oder Rechtsberatung. Schwellenwerte nach der österreichischen Registrierkassensicherheitsverordnung (RKSV) / BAO. Im Zweifel Steuerberatung oder die WKO-Fachgruppe einbeziehen.

WKO-Rahmenkonditionen nutzen

Als Unternehmer bist du in Österreich Pflichtmitglied der Wirtschaftskammer Österreich (WKO). Das ist hier ein echter Vorteil: Viele Fachgruppen (Gastronomie, Handel, Tourismus) verhandeln Rahmenkonditionen für die Zahlungsabwicklung und stellen neutrale Konditionsübersichten bereit.

In 3 Schritten günstiger:

  1. Fachgruppe kontaktieren: vor Vertragsschluss die WKO-Landeskammer deiner Branche fragen, ob es Rahmenkonditionen gibt.
  2. Angebote vergleichen: mindestens zwei schriftliche Acquirer-Angebote mit getrennt ausgewiesenen Posten einholen.
  3. Gesamtkosten rechnen: nicht das Disagio, sondern die Monatssumme für deinen Umsatz vergleichen.

→ Die 7 häufigsten Vertragsfallen – gelten auch für AT-Verträge.

Ob du das Gerät dafür mieten, kaufen oder gleich auf SoftPOS setzen solltest, rechnet der Ratgeber „Bankomatkassa mieten oder kaufen?" an drei Betriebsprofilen über 36 Monate durch.

Häufige Fragen

Was kostet eine Bankomatkassa im Monat?

Üblich sind rund 5–25 € Monatsmiete pro Gerät plus Transaktionskosten. SoftPOS-/App-Lösungen ohne Grundgebühr rechnen einen einheitlichen Satz (~0,9–1,75 %) pro Zahlung ab. Realistisch zahlen kleine österreichische Betriebe 30–100 € im Monat – je nach Umsatz, Bon und Kartenmix. Entscheidend ist die Summe aus Grundgebühr, Disagio und Einzelposten.

Ist eine Bankomatkassa in Österreich teurer als ein Terminal in Deutschland?

Tendenziell ja. Die EU-Interchange-Deckel (0,2 % Debit, 0,3 % Kredit) gelten in beiden Ländern, aber der AT-Acquirer-Markt ist konzentrierter, das Bankomat-Inlandsschema hat eigene Entgelte und die Grundgebühren liegen im Schnitt höher. Der Unterschied ist kein Naturgesetz – ein Angebotsvergleich lohnt sich in Österreich besonders.

Muss eine Bankomatkassa an die Registrierkasse angebunden sein?

Bankomatkassa (Kartenterminal) und Registrierkasse sind zwei verschiedene Dinge. Die Registrierkassenpflicht (RKSV) gilt ab 15.000 € Jahres- und 7.500 € Barumsatz; Kartenzahlungen zählen als Barumsatz. Eine Anbindung ist nicht zwingend, spart aber Doppelerfassung und Fehler – und viele Bankomatkassen unterstützen sie.

Lohnt sich SoftPOS statt klassischer Bankomatkassa?

Für kleine, mobile oder saisonale Betriebe fast immer: keine Grundgebühr, keine lange Bindung, Zahlung direkt aufs Smartphone (Tap-to-Pay). Bei hohem Umsatz mit vielen großen Bons kann ein klassischer Tarif mit niedrigem Disagio günstiger werden. Rechne beide Modelle für deinen konkreten Umsatz durch.

Stand: Juli 2026 · ca. 9 Minuten Lesezeit.

Kartenzahlung24.de

Jetzt unverbindlich vergleichen

Berechne in 30 Sekunden, welcher Anbieter für dein Geschäft wirklich der günstigste ist – inklusive aller versteckten Posten.

Zum Rechner →

Weitere Österreich-Seiten