Bankomatkassa & Kartenterminal in Österreich: Vergleich & Kosten 2026
Österreich ist ein eigener Markt – mit eigenen Begriffen, eigenen Acquirern und eigenen Konditionen. Wer „Bankomatkassa", „Kartenzahlungsgerät" oder „Maestro-Terminal" sucht, braucht andere Antworten als ein Händler in Deutschland. Hier sind sie.
Das Wichtigste vorab
Das größte Missverständnis österreichischer Händler ist, dass ein „EC-Terminal" aus Deutschland 1:1 übernommen werden kann. In Österreich heißt das Gerät Bankomatkassa, die heimische Debitkarte Bankomatkarte – und sie läuft nicht über die girocard, sondern über das Bankomat-Schema (früher Maestro, heute Debit Mastercard). Wer das nicht prüft, zahlt drauf oder kann bestimmte Karten gar nicht annehmen.
Was ist eine Bankomatkassa?
Bankomatkassa ist der österreichische Begriff für ein POS-Kartenterminal – also das Gerät, mit dem du an der Kasse bargeldlose Zahlungen annimmst. Der Name setzt sich zusammen aus „Bankomat" (dem heimischen Debitsystem) und „Kassa" (österreichisch für Kasse).
Technisch ist eine Bankomatkassa dasselbe wie ein deutsches Kartenterminal: ein Gerät mit Chipleser, NFC für kontaktloses Zahlen und Tap-to-Pay sowie einer Anbindung an einen Acquirer (Zahlungsdienstleister). Der Unterschied liegt nicht in der Hardware, sondern in den unterstützten Kartenschemata und den Konditionen.
Bankomat vs. girocard: Was Maestro & Debit Mastercard damit zu tun haben
In Deutschland läuft die heimische Debitkarte über die girocard. In Österreich gibt es kein girocard – die heimische Debitkarte ist die Bankomatkarte, betrieben über PSA (Payment Services Austria).
Jahrzehntelang waren österreichische Bankomatkarten mit dem Maestro-Netz von Mastercard co-badged – deshalb sprechen viele Händler bis heute vom „Maestro-Terminal". Mastercard hat Maestro jedoch 2023 eingestellt. Neue österreichische Karten tragen heute „Bankomat" plus Debit Mastercard. Für dich als Händler heißt das: Dein Terminal muss das Bankomat-/Debit-Mastercard-Schema akzeptieren – ein reines „girocard-Terminal" aus Deutschland nützt in Österreich wenig.
| Deutschland | Österreich | Erklärung |
|---|---|---|
| girocard | Bankomat (Bankomatkarte) | Heimisches Debitsystem. In DE: girocard. In AT: „Bankomat", betrieben über PSA (Payment Services Austria). |
| girocard läuft über das deutsche DK-Netz | Bankomat lief über Maestro – jetzt Debit Mastercard | Mastercard hat Maestro 2023 eingestellt. Neue AT-Karten tragen „Bankomat" + Debit Mastercard. Terminal muss dieses Schema beherrschen. |
| EC-Terminal / Kartenterminal | Bankomatkassa / Kartenzahlungsgerät | Gleiches Gerät, anderer Name. „Bankomatkassa" ist der gängige österreichische Begriff für das POS-Terminal. |
| Netzbetreiber / Acquirer (DE) | Acquirer (AT): u. a. Worldline, hobex, Nexi, card complete | Der österreichische Acquirer-Markt ist eigenständig und tendenziell konzentrierter – Konditionen weichen von DE ab. |
⚠️ Achtung beim Geräte-Import
Achtung beim Geräte-Import: Ein gebrauchtes Terminal aus Deutschland ist nicht automatisch für den österreichischen Markt zugelassen. Schema-Unterstützung, Acquirer-Anbindung und Zertifizierung müssen für AT passen. Frag den Anbieter explizit nach Bankomat- und Debit-Mastercard-Akzeptanz.
Kosten in Österreich – und der Vergleich zu Deutschland
Die EU-Interchange-Obergrenzen gelten in Österreich genauso wie in Deutschland: maximal 0,2 % bei Debit- und 0,3 % bei Kreditkarten-Zahlungen (EU-Verordnung 2015/751). Das ist die Interchange – nur ein Baustein der Gesamtkosten. Trotz gleicher Interchange-Deckel zahlen Händler in Österreich in der Praxis häufig etwas mehr als in Deutschland. Gründe: ein konzentrierterer Acquirer-Markt, eigene Entgelte des Bankomat-Inlandsschemas und teils höhere Grundgebühren. Pauschale Aussagen sind aber unseriös – entscheidend ist immer die Summe aus drei Posten:
- Grundgebühr / Terminalmiete: ca. 5–25 € pro Monat und Gerät – je nach Modell (Kauf, Miete, SoftPOS).
- Disagio / Transaktionsentgelt: Prozentsatz pro Zahlung; bei Debit niedriger, bei Kredit höher. Achte auf „blended" vs. Einzelposten (IC++).
- Einzel- & Zusatzposten: Autorisierung, Clearing, Bankomat-Schemagebühr, ggf. Mindestumsatz – die typischen versteckten Treiber.
Wie sich diese drei Posten für ein Wiener Kaffeehaus, einen Grazer Buschenschank oder einen Salzburger Saisonbetrieb konkret auswirken – inklusive Bankomat-Schemagebühr, RKSV-Hinweis und WKO-Rahmenkonditionen – zeigt der ausführliche Ratgeber „Bankomatkassa: Kosten & Vergleich 2026".

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Rechne deine Kartenkosten in 60 Sekunden durch. Hinweis: Der Rechner basiert auf der deutschen Marktlogik. Für Österreich nutze ihn als Orientierung und gleiche die Konditionen mit deinem AT-Acquirer ab.
Die wichtigsten Acquirer in Österreich
Der österreichische Acquirer-Markt ist eigenständig. Statt der vielen deutschen Netzbetreiber dominieren in Österreich einige größere Anbieter den Markt für die Zahlungsabwicklung:
- Worldline (vormals SIX Payment Services / PayLife): Großer Acquirer im DACH-Raum, stark im österreichischen Bankomat-Geschäft.
- hobex: Österreichischer Anbieter mit Fokus auf KMU und Gastronomie.
- Nexi (vormals Concardis): Europäischer Payment-Konzern, auch in AT aktiv.
- card complete: Österreichischer Spezialist – historisch stark im Kreditkarten-Acquiring (v. a. Visa).
- Internationale Anbieter (SumUp, Zettle, myPOS u. a.): Mobile/SoftPOS-Lösungen ohne lange Verträge – gut für kleine oder saisonale Betriebe.
Marktrollen und Markennamen ändern sich durch Übernahmen laufend. Diese Liste dient der Orientierung, nicht als Empfehlung – hol immer ein aktuelles, schriftliches Angebot ein.
WKO & rechtliche Hinweise für AT-Händler
Anders als in Deutschland sind Unternehmer in Österreich Pflichtmitglieder der Wirtschaftskammer Österreich (WKO). Die WKO und ihre Fachgruppen sind eine zentrale, neutrale Anlaufstelle, wenn es um Zahlungsverkehr, Vertragsfragen und Anbietervergleiche geht – viele Fachverbände (z. B. Gastronomie, Handel) veröffentlichen eigene Konditionsübersichten und Musterverträge.
- WKO-Beratung nutzen: Vor Vertragsschluss die Fachgruppe deiner Branche kontaktieren – oft gibt es vergünstigte Rahmenkonditionen für Mitglieder.
- Registrierkassenpflicht: In Österreich gilt eine Registrierkassenpflicht ab bestimmten Umsatzgrenzen. Prüfe, ob deine Bankomatkassa auch RKSV-konform an die Kasse anbindet.
- Vertragsfallen gelten auch in AT: Lange Mindestlaufzeiten, automatische Verlängerung und versteckte Einzelposten gibt es in Österreich genauso. Unsere Checkliste hilft auch hier. Zur Checkliste →
Regional: Wien, Graz, Salzburg & Co.
Konditionen, Beratungsstellen und Branchenschwerpunkte unterscheiden sich auch innerhalb Österreichs. Eigene Regionalseiten für die größten Städte:
EC-Terminal Wien
Wien
EC-Terminal Graz
Steiermark
EC-Terminal Salzburg
Salzburg
Kartenterminal Linz
Oberösterreich
EC-Terminal Innsbruck
Tirol
Ratgeber für Österreich
Vertiefende Ratgeber, die die österreichischen Besonderheiten durchrechnen:
Bankomatkassa: Kosten & Vergleich
Alle vier Kostenposten, die Bankomat-Schemagebühr, Kosten AT vs. DE und drei Rechenbeispiele.
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Häufige Fragen
Was ist eine Bankomatkassa?
Bankomatkassa ist der österreichische Begriff für ein POS-Kartenterminal – das Gerät, mit dem Händler bargeldlose Zahlungen annehmen. „Bankomat" steht für das heimische Debitsystem, „Kassa" für die Kasse.
Was ist der Unterschied zwischen Maestro/Bankomat und girocard?
girocard ist das deutsche Debitsystem, „Bankomat" das österreichische. AT-Karten liefen lange über Maestro; seit dessen Abschaltung 2023 tragen neue Karten „Bankomat" + Debit Mastercard. Ein reines girocard-Terminal hilft in Österreich also nicht weiter.
Was kostet ein Kartenterminal in Österreich?
Üblich sind rund 5–25 € Monatsmiete plus Transaktionskosten. Die EU-Interchange-Deckel (0,2 % Debit, 0,3 % Kredit) gelten auch in AT, das Bankomat-Inlandsschema hat aber eigene Entgelte. Insgesamt liegen die Kosten oft etwas über dem deutschen Niveau – entscheidend ist die Summe aller Posten.
Stand: Juni 2026 · ca. 9 Minuten Lesezeit.
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