Kartenzahlung für Kleingewerbe: Einstieg ohne Vertragsbindung
Wenn du als Kleingewerbe oder Solo-Selbstständige startest, brauchst du keine vollintegrierte POS-Lösung. Was wirklich passt.
Empfehlung nach Profil
- Coach, Berater, Trainer (wenige Zahlungen, oft per Rechnung): SumUp Air (79 €, 1,39 %) oder gar kein Terminal – Banküberweisung reicht.
- Mobiler Dienstleister (Fußpflege, Reparatur, Kosmetik beim Kunden): SumUp Solo (79 €), myPOS Go 2 (29 €) – akkubetrieben, mit SIM.
- Verkauf auf Märkten/Pop-up: Zettle Reader 2 (29 €) oder Tap to Pay auf iPhone (0 € Hardware).
- Kleines Café/Imbiss: SmartPOS (SumUp Solo Lite, myPOS Mini) – Trinkgeld, Beleg per E-Mail.
Was du sicher nicht brauchst
- Vertragslaufzeit > 6 Monate – als Kleingewerbe willst du Flexibilität.
- Stationäres Terminal mit Festnetzanschluss – mobile Reader sind günstiger und reichen.
- Interchange++ – unter 30.000 €/Jahr Kartenumsatz nie günstiger als ein guter Blended-Tarif.
- Eigenes Geschäftskonto NUR fürs Terminal – fast alle Anbieter zahlen auf dein bestehendes Konto aus.
Steuerlich relevant
- Auch Kleinunternehmer (§ 19 UStG) müssen die Belegausgabepflicht erfüllen – digitaler Beleg per E-Mail reicht.
- Sobald du eine elektronische Kasse einsetzt: TSE-Pflicht. Ein reiner Reader ohne Kasse löst das nicht aus.
- Kartengebühren sind voll als Betriebsausgabe abzugsfähig.
Pragmatischer Start
Für 80 % der Kleingewerbe ist die Kombination 'SumUp Air + Banking-App für Rechnungen' der schmerzfreieste Einstieg. Wer mehr als 3.000 €/Monat Kartenumsatz hat, sollte nach 6 Monaten neu rechnen.
Häufige Fragen
- Muss ich als Kleingewerbe Karten akzeptieren?
- Nein, keine gesetzliche Pflicht. Aber: Studien (EHI 2025) zeigen, dass 27 % der Kunden ein Geschäft ohne Kartenakzeptanz wieder verlassen.
- Reicht PayPal QR statt Terminal?
- Für sehr kleine Volumen ja. Aber: PayPal-Pflicht beim Kunden, kein girocard, kein NFC mit normalen Karten. Für Wachstum nicht zukunftsfähig.
- Kann ich mehrere Geräte parallel nutzen?
- Ja, bei SumUp, Zettle, myPOS unproblematisch – mehrere Reader teilen sich ein Konto.
Im Lexikon erklärt
Zuletzt aktualisiert: 06/2026 · Quellen: Deutsche Bundesbank, girocard.eu, EHI Retail Institute, Deutsche Kreditwirtschaft.
